Symposium "Erinnerungsort Rabbiner-Rülf-Platz" - Zusammenfassung

Symposium "Erinnerungsort Rabbiner-Rülf-Platz" - Zusammenfassung

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Am 30. Januar 2012 lud die Landeshauptstadt Saarbrücken Fachleute aus Deutschland und Österreich zu einem Symposium ein, dessen Inhalt der „Erinnerungsort Rabbiner-Rülf-Platz" war. Auf diesem an zentraler Stelle der Hauptstadt des Saarlandes neu entstehenden Platz soll nach einem Beschluss des Stadtrates ein Mahnmal realisiert werden, gewidmet den während der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten saarländischen Juden. Mit seinem Beschluss nahm der Stadtrat einen Anstoß der Synagogengemeinde Saar auf, die auf das Fehlen einer zentralen Gedenkstätte hingewiesen und die Schaffung eines Gedenk- und Erinnerungsmals angeregt hatte. In Anerkennung der inhaltlichen und städtebaulichen Bedeutung der Aufgabe legte der Stadtrat auch die Vorgehensweise fest: den Realisierungsentwurf für das Mahnmal soll ein Künstlerwettbewerb erbringen, dem ein „hochkarätig besetztes Symposium vorgeschaltet sein sollte."

Dem Symposium, das vom Kulturdezernat der Landeshauptstadt Saarbrücken in Zusammenarbeit mit dem Baudezernat ausgerichtet wurde, oblag es, den inhaltlich-programmatischen Rahmen des Wettbewerbs zu definieren und die Formulierung des Ausschreibungstextes zu erarbeiten, auch qualifizierte Künstler und Künstlerinnen vorzuschlagen. Als Leiter des Symposiums konnte der Kulturwissenschaftler Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums München, gewonnen werden, der die auswärtigen Referenten vorschlug.

Einleitende Grundsatzreferate hielten Dr. Heidemarie Uhl (Wien) und Prof. Dr. Stefanie Endlich (Berlin) über „Denkmäler zur Erinnerung an die Opfer der Shoah – gesellschaftliche Rahmenbedingungen und ästhetische Formen" und „Erinnern und Gedenken im Stadtraum", beleuchtet anhand von Beispielen aus Wien und Berlin. Die nachfolgenden Referate stellten verschiedene Fallbeispiele vor. So belegte Mag. Cornelia Offergeld (Wien) das Thema „Kunst als Medium der Erinnerung" mit Beispielen aus dem einzigartigen Niederösterreichischen Modell für Kunst im öffentlichen Raum. Dr. Linde Apel (Hamburg) stellte das langwierige Erinnerungsprojekt „Hamburgs Deportationsbahnhof" vor und Prof. Wolfgang Lorch (Darmstadt und Saarbrücken) zeigte exemplarisch zwei Gedenkstätten in Berlin („Gleis 17") und Frankfurt/Main („Neuer Börneplatz"). Den Abschluss der auswärtigen Beispiele bildete ein zweites Referat von Prof. Endlich über das mobile „Denkmal der Grauen Busse".

Prof. Jo Enzweiler und sein Team vom Institut für aktuelle Kunst (Saarlouis) stellten einen Reader vor, in dem sie themenspezifische Informationen zusammengestellt haben. Es wurde deutlich, dass die meisten Juden des Saargebiets nicht vom Saarland aus in die Vernichtungslager deportiert wurden, sondern von ihren Exilländern, wohin sie sich aufgrund des Sonderstatus des Landes noch bis 1936 (vorläufig) hatten retten können. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum ein zentrales Erinnerungsmal in der Landeshauptstadt bisher fehlt. Zum Abschluss stellte Baudezernentin Dr. Rena Wandel-Hoefer die aktuellen Planungen zum neuen Rabbiner-Rülf-Platz in Saarbrücken vor.

Oranna Dimmig, Institut für aktuelle Kunst im Saarland



Abb.: FloSundK / LHS Saarbrücken


24.02.2012
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