Resümee: Immobilienkongress zum Altengerechten Wohnen

Resümee: Immobilienkongress zum Altengerechten Wohnen

Veranstaltungen, Meldungen

Rund 150 Experten aus Wohnungsunternehmen, Verbänden und Politik setzten sich am 6. Dezember 2012 beim Immobilienkongress der Arbeitsgemeinschaft der saarländischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (AWI Saar), der auch die Architektenkammer des Saarlandes angehört, mit den Herausforderungen des "Altengerechten Wohnens zwischen Service und Barrierefreiheit" auseinander.
Ausgangspunkt war das Ergebnis einer Umfrage, derzufolge fast 90 Prozent der Menschen in der eigenen Wohnung - und eben nicht z. B. im Seniorenheim - alt werden wollen. Dabei unterscheiden sich die Wohnbedürfnisse älterer nicht grundlegend von denen jüngerer Menschen: Alle wünschen sich eine helle Wohnung möglichst mit Balkon!

Die Anpassung vorhandener Wohnungen an die eingeschränkte Beweglichkeit älterer Menschen durch z.B. Einbau stufenloser Duschen oder Haltegriffen in der Badewanne, Verringerung vorhandener Schwellen und Montage von Notrufsystemen ist verhältnismäßig leicht zu bewerkstelligen, wenn auch nicht immer die Vorgaben der DIN erfüllt werden!

Dennoch sind z. T. erhebliche finanzielle Mittel von den Besitzern der Gebäude aufzuwenden, die - so eine Forderung der AWI Saar - durch staatliche Unterstützung z. B. in Form eines längst überfälligen saarländischen Wohnraumförderungsgesetzes abgemildert werden müssen.

Die Schaffung seniorengerechter Wohnungen ist nach Überzeugung aller Experten kein ausreichender Ansatz zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen. "Veränderungen müssen im Quartier beginnen, weil es auch um soziale Bedürfnisse geht" sagte Dr. Rudolf Ridinger, Vorstand des Verbandes der Wohnungswirtschaft Saar (VdW Saar).

Eine Untersuchung der HTW des Saarlandes zeigt anhand eines exemplarischen Beispiels, wie durch unkontrollierten und weitgehend ungeplanten Strukturwandel eines Wohngebietes alte wie junge Menschen gleichermaßen leiden. Sind erst einmal Bäcker und Ärzte verschwunden und durch Gebrauchtwarenhändler, Internetcafes und Imbissbuden ersetzt, ist ein steigender Leerstand sowohl bei den Ladenlokalen wie auch bei den Wohnungen feststellbar. Als Ergebnis ist der Studie zufolge das gesamte Viertel davon bedroht, zum Slum zu werden. „Durch solche Veränderungen sinkt die Verbundenheit junger wie alter Menschen zu ihrem Stadtteil, und wer es sich leisten kann, zieht weg", fasste Prof. Dr. Martha Meyer von der HTW des Saarlandes das Ergebnis der Studie zusammen.

Kammerpräsident Prof. Heiko Lukas wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die ländlichen Regionen nicht aus den Augen verloren werden dürfen. Es ist aber seiner Meinung nach die Aufgabe jedes Einzelnen, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, wie und wo er im Alter leben will.

Die Kongressteilnehmer waren sich in der Einschätzung einig, dass die angesprochenen strukturellen Probleme des Wohnumfeldes nur gemeinsam bewältigt werden können. Politik, Sozialverbände, Krankenkassen und die Gebäudeeigentümer sowie Wohnungswirtschaft müssen zusammenarbeiten. Laut Dr. Rudolf Ridinger sind "Barrierefreie Wohnungen allein (...) nicht die Lösung. Es geht um lebendige Kontakte zwischen Nachbarn und kurze Wege zu Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen. Wo dies vorhanden ist, da wohnen alle Generationen gern."

Einen ausführlichen Bericht über den Kongress und die verschiedenen Fachbeiträge können Interessierte der Internetseite www.vdw-saar.de/fachkongress2012/ entnehmen.


29.01.2013
Veranstaltungen, Meldungen
Diese Webseite verwendet Cookies…

dabei werden ausschließlich solche Cookies verwendet, die technisch notwendig sind.

Diese Webseite verwendet Cookies…

dabei werden ausschließlich solche Cookies verwendet, die technisch notwendig sind.

Ihre Einstellungen wurden gespeichert