Resolution der berufspolitischen Kammern und Verbände

Resolution der berufspolitischen Kammern und Verbände

Pressemeldungen

Stellungnahme zur Erhaltung des Masterstudiengangs Architektur an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar)

In den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Saarlandes vom 24.01.2014 ist der Vorschlag enthalten, im Saarland zukünftig keine umfassende „akademische Grundversorgung“ mehr vorzuhalten und den Masterstudiengang Architektur an der htw saar einzustellen.

Die Begründung, dass der Bedarf an qualifiziertem Personal für Tätigkeiten in Architekturbüros oder in Verwaltungen im gehobenen Dienst auch durch den aufrecht zu erhaltenden Bachelorstudiengang gedeckt werden kann, ist nach Kenntnis der unterzeichnenden Kammern und Verbände nicht zutreffend. Falsch ist auch die weitergehende Ausführung des Wissenschaftsrates, dass der saarländische Arbeitsmarkt Absolventen des Masterstudienganges Architektur aktuell nur gering nachfragt und mit einer weiter sinkenden Nachfrage zu rechnen ist.

Es bedarf umfassend ausgebildeter Planer, die im Hinblick auf eine zunehmende Komplexität von gestalterischen, technischen, funktionalen, organisatorischen, wirtschaftlichen, gesellschaftspolitischen und rechtlichen Anforderungen vernetzt denken und agieren können.

Gerade auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem strukturellen Wandel im Saarland kommt dem Planungssektor eine besondere Bedeutung zu. Als Folge der Schließung des Masterstudienganges Architektur an der Schule für Architektur der htw saar würde ein lediglich verbleibender Bachelorstudiengang unattraktiv werden. Um die Berufsqualifikation Architekt/ in zu erreichen, fordert die EU-Richtlinie 2013/55/EU vom 20. November 2013 mindestens fünf Studienjahre auf Vollzeitbasis.

Studierende von außerhalb des Saarlandes werden sich nicht mehr um einen Studienplatz bemühen, und die aus der Region kommenden Studierenden werden im Interesse eines berufsqualifzierenden Masterabschlusses mit umfassender Marktfähigkeit das Studium der Architektur in einem anderen Bundesland beenden.

Im Ergebnis werden weniger junge Menschen ins Saarland kommen und mehr junge und gut ausgebildete Menschen das Saarland verlassen. Die Erfahrung zeigt, dass sie auf Dauer für den saarländischen Arbeitsmarkt verloren sind – mit weitreichenden Folgen für die saarländische Bevölkerung und Wirtschaft.

Die unterzeichnenden Kammern und Verbände fordern die politisch Verantwortlichen auf, dem Vorschlag des Wissenschaftsrates nicht zu folgen.
Der Masterstudiengang Architektur an der Schule für Architektur der htw saar muss als Teil einer differenzierten Hochschullandschaft beibehalten werden.
Die dort vermittelte hochqualifizierte Ausbildung sichert die Marktfähigkeit der Absolventen, hält den Studienstandort attraktiv und gewährleistet im Ergebnis ein hohes Maß an Fachkompetenz und Verbraucherschutz.

Saarbrücken im März 2014


18.03.2014
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