Das Kino achteinhalb zeigt am 7. Juli
drei Dokumentar-Kurzfilme von Heinz Emigholz:
MAILLARTS BRÜCKEN
Architektur als Autobiographie
Photographie und jenseits – Teil 3
Der Film zeigt 14 Dachkonstruktionen und Brücken aus Stahlbeton, die der Schweizer Künstleringenieur Robert Maillart (1872 – 1940) zwischen 1910 und 1935 geplant und ausgeführt hat.
Maillart revolutionierte mit der Reduktion des Materials auf die tragenden Teile den Brückenbau und gestaltete in seinen Bauwerken eine bis dahin unbekannte Formenwelt.
D 2001, 24 Min.
Foto: Filmgalerie 451 Berlin
SULLIVANS BANKEN
Architektur als Autobiografie
Photographie und jenseits – Teil 2
Der Film zeigt die letzten acht Gebäude, die der berühmte amerikanische Architekt Louis H. Sullivan (1856 – 1924) am Ende seiner Karriere gebaut und ausgestattet hat. Vorgehängte Fassaden, die keine tragende Funktion mehr hatten, wurden von ihm konsequent frei gestaltet. Von Bauwerk zu Bauwerk variierte er dabei ein modular ornamentales Design aus Backsteinen, Stahl, Gips, Terracotta, Glas, Keramik, Mosaiken, Marmor, Licht, Reliefs, Matritzenmustern, Holz und Metall. Schriften und Bauten von Louis H. Sullivan zeichneten entscheidende Positionen der Moderne vor, auch ihre Janusköpfigkeit.
Seine zur modernen Bauweise parallel gedachte und gestaltete, organische Ornamentierung wurde in Deutschland kaum wahrgenommen. Zwar wurde 1926 in der "Ausstellung neuerer amerikanischer Baukunst" in der Berliner Akademie der Künste die Arbeit Sullivans in einem zentralen Saal ausgestellt. Für theoriefähig hielt man den Lehrer Frank Lloyd Wrights in Europa allerdings nicht. Auch nicht Sullivans mittlerweile weltberühmtes Credo "Form follows function" (filmgaleri451). „Während der Film diese schönen, diskret verzierten Backsteingebäude untersucht, die aus ihrer banalen zeitgenössischen Umgebung herausstechen wie Juwelen, wird man dazu veranlasst, sich über die starke psychologische Wirkung von Architektur Gedanken zu machen. Elegant, jedoch nie pompös, haben diese Strukturen im Landesinneren von Amerika die beruhigende Anmut und Solidität von säkularen Kathedralen des Kapitalismus. Und der Film bewundert sie mit einer entsprechenden andächtigen Ehrfurcht" (THE NEW YORK TIMES).
D 1993 – 2000, 38 Min.
ZWEI MUSEEN / TWO MUSEUMS
Der Film stellt zwei Museen gegenüber: Das Museum of Art in Ein Harod, Israel, das Samuel Bickels (1909 – 1975) dort 1948 errichtet hat, und The Menil Collection in Houston, Texas, das Renzo Piano (geb. 1937) 1986 gebaut hat. Die Tageslichtführung in Bickels Bau war die direkte Vorlage für Piano, der sie auf Wunsch der Mäzenatin Dominique de Menil für seinen Bau übernahm. Die Dreharbeiten zum Film TWO MUSEUMS / ZWEI MUSEEN fanden im März 2012 in Houston, Texas, und im Mai 2012 in Ein Harod, Israel, statt.
D 2013, 18 Min.
Einführung:
Prof. Dr. Ulrich Pantle, HTW Saar / Schule für Architektur Saar
Die Filmveranstaltung ist Teil einer Filmreihe, die die Ausstellung des jungen polnischen Künstlers Michal Budny im Saarlandmuseum begleitet, der sich mit Raum und Wahrnehmung beschäftigt.
Ort:
kino achteinhalb | Nauwieser Str.19 | 66111 Saarbrücken
T +49(0)681 3908880 | www.kinoachteinhalb.de