Denn der Prozess des Entwerfens vollzieht sich dabei nicht allein in den neuen, digitalen Medien, wie dem Rechner, sondern in den althergebrachten Medien, wie Zeichnung und Modell aus Holz oder Kunststoff. Der Vorgang des Denkens und Gestaltens fällt buchstäblich vom Kopf in die Hände und erhält so von Anfang an eine räumlich-plastische Dimension. „Daher ist es naheliegend das Büro Trojan Trojan + Partner durch eine Ausstellung ihrer Modelle, Skizzen und Zeichnungen zu präsentieren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil hier Denkprozesse Gestalt finden. Das geschieht nicht nur im Computer oder als Fotografie, sondern als Modell plastisch und handgreiflich, ganz wie es der Architektur entspricht,“ fügt Alexander Schwehm hinzu.
Die Arbeit mit dem Modell als das die Planung begleitendes Medium zeigt zudem, dass Architektur nichts Solitäres ist, sondern stets in ein stadträumliches Gefüge eingebunden ist. Damit verfolgt das Büro Trojan Trojan + Partner einen ganzheitlichen Ansatz, in dem Städteplanung, Städtebau und Architektur keine getrennten Bereiche darstellen, sondern ineinander greifen. „Und das passt ideal zu unserer Veranstaltungsreihe „Architektur im Grenzbereich“, worin es nicht um das Abgrenzen, sondern um Übergänge, Schnittstellen und Verbindungen zu anderen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Disziplinen geht“, so Alexander Schwehm.
Durch das Modell wird Architektur auch für den Bürger und Laien nachvollziehbar. Ein Modell empfiehlt sich dabei dem Betrachter als Verständnishilfe zwischen dem Bauplan, der sich nur den Experten erschließt und der gebauten Wirklichkeit, in der die Bewohner einer Stadt leben werden. Gerade im Zusammenhang mit Schwerpunkten der Arbeit des Büros erweist sich die Arbeit mit Modellen von Vorteil. Im Fokus steht dabei die Neustrukturierung ehemaliger Industrie- und Gewerbequartiere sowie innerstädtischer Areale. Modelle geben von deren Ausmaßen einen sichtbaren Eindruck, gerade bei nationalen Großprojekten, wie der Hamburger HafenCity oder dem Quartier Stuttgart 21, mit denen das Büro befasst war. Zugleich bestehen auch Risiken, wenn das Modell bereits als 1:1 Vorlage für den zu realisierenden Gebäude verstanden wird. Auf dessen Bedeutung für den Prozess des Entwerfens verweist der Untertitel der Ausstellung „Von der Stadtlandschaft zum Architekturdetail“. Auf dem Programm stehen darüber hinaus drei Vorträge zum Thema Städtebau und Raumplanung in der Vergangenheit und der Gegenwart, darunter auch der Werkbericht von Prof. Klaus Trojan und ein Beitrag über den Menkés-Plan zum Wiederaufbau der Stadt Saarlouis nach 1945.
