PRESSEMITTEILUNG
Saarbrücken, 14.07.2026
Hitzeschutz bei Gebäuden und in Städten: Die Architektenkammer des Saarlandes fordert zügige Umsetzung
Eine Hitzewelle trifft die nächste. Der diesjährige Sommer ist zu heiß und der Burbacher Markt war am 26. Juni mit 41,3 Grad Celsius der heißeste Ort Deutschlands. Grund ist der Klimawandel. Die Wissenschaft prognostiziert, dass es immer öfter zu Extremwettereignissen kommt. Die extreme Hitze legt das öffentliche Leben lahm – Veranstaltungen und Sportevents werden abgesagt, Schule und Arbeit finden unter erschwerten Bedingungen statt – und stellt eine immense Gefahr gerade für Ältere und vulnerable Gruppen dar.
Baulich ließe sich in Gebäuden und Städten einiges bewirken, weiß die Vizepräsidentin der Architektenkammer des Saarlandes (AKS) Bettina Berwanger: „Konzepte zur Klimaanpassung gibt es bereits oder werden erarbeitet. Aber dieser Sommer zeigt: Wir können nicht länger warten. Wir müssen einfach machen. Unsere Mitglieder sind die Expertinnen und Experten für die bauliche und stadtplanerische Umsetzung.“
Gerade in Krankenhäusern und Pflegeheimen ist der Druck groß. Eine Lösung könnte der Einsatz von Klimaanlagen sein. Die verbrauchte Energie ließe sich durch solare Energiegewinne mit Photovoltaik ausgleichen. Doch auch Wohn- und Bürogebäude oder Bildungsgebäude wie Kitas und Schulen müssen dem Klima angepasst werden. Die Nachrüstung außenliegender Sonnenschutzsysteme oder intelligente Lüftungskonzepte wie Querlüftung und Nachtauskühlung können sinnvoll sein.
Grundsätzlich heizen sich unsere Städte durch ihre massive Versiegelung stark auf. Hier braucht es Frischluftschneisen, das verzögerte Versickern von Regenwasser, um es zum Abkühlen und Verdunsten nutzen zu können, mehr Grünflächen und Gebäudebegrünung. „Wirksamer Hitzeschutz im urbanen Raum entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen: Entsiegelung, schattenspendende Bäume, verdunstungsfähige Flächen und ein intelligentes Regenwassermanagement müssen gemeinsam gedacht werden. Landschaftsarchitekten verfügen über das notwendige Fachwissen, um diese Elemente gestalterisch, technisch und dauerhaft in den Stadtraum zu integrieren,“ erläutert Carlos Stuckert, AKS-Vorstandsmitglied und Landschaftsarchitekt.
Ein gutes Beispiel ist der Gutenbergplatz in Saarlouis, bei dessen Umbau Carlos Stuckert ein umfassendes klimaangepasstes Freiraumkonzept realisierte. Er hat dort ein einfaches, aber wirksames Mittel zum Kühlen integriert: die Wasservernebelung. In Form eines Wasserspiels wird in Intervallen ein feiner Nebel ausgestoßen, der kühlend wirkt.
Damit bauliche Hitzeschutzmaßnahmen zügig in Gang kommen, fordert die AKS – wie bereits seit vielen Jahren auch bei anderen Bauthemen – Förderlotsen, die private und öffentliche Bauherren bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen und Zuschüssen unterstützen. „Der Umbau muss jetzt zügig starten, damit die saarländische Bevölkerung im nächsten heißen Sommer besser geschützt ist“, betont AKS-Vizepräsidentin Bettina Berwanger.
Pressekontakt:
Stv. AKS-Geschäftsführerin Kim Ahrend,
T. 0681 – 954410, info@aksaarland.de
