28.10.2013 11:00
Im Anschluss an die Preisgerichtssitzung zum begrenzt offenen Realisierungswettbewerb zum Umbau des Saarbrücker Geschosswohngebäudes Vogelsborn 2—6 am 11. September gab die Saarbrücker Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (SGS) als Auslober des Wettbewerbs bekannt, dass sich die Jury einstimmig für die Vergabe des 1. Preises (22.000 Euro) an Baumhauer Eichler Peitzmeier aus Berlin ausgesprochen hat. Der 2. Preis (15.000 Euro) geht an Muck Petzet Architekten aus München, der 3. Preis (7000 Euro) an Krüger + Krüger mit Planquadrat aus Saarbrücken und Darmstadt. Neun Büros waren zum Wettbewerb zugelassen. Zu den Fachpreisrichtern gehörten Saarbrückens Baudezernentin Dr. Rena Wandel-Hoefer, Ministerialrätin im saarländischen Ministerium für Finanzen und Europa Dipl.-Ing. Gabriele Lichtenauer, AKS-Präsident Prof. Heiko Lukas, SGS-Geschäftsführer Radu Gurau und der freie Architekt Thomas Hartmetz aus dem Büro Ulrich Schwille. Die Entwürfe der Architekten waren vom 12. bis 20. September im Alten Casino Saarterrassen zu sehen. Saarbrückens Baudezernentin Dr. Rena Wandel-Hoefer begründet das Ergebnis damit, dass der Entwurf von Baumhauer Eichler Peitzmeier "die Qualitäten des Bestandsgebäudes in der Grundrissstruktur respektiert und die mangelhaften Bezüge zum Außenraum zu heilen versucht. Der Entwurf erreicht im Rahmen der Restriktionen der Statik und des engen Kostenbudgets eine hohe soziale und gestalterische Qualität und kommt ohne größere Eingriffe in die Bausubstanz aus. Dort, wo eingegriffen wird, wie bei den Dachgeschoss-Wohnungen, sind mit den Veränderungen erkennbare Qualitätsverbesserungen verbunden." Die SGS will nach eigenen Angaben mit ihrem Sanierungsprogramm auf der Folsterhöhe "bezahlbaren Wohnraum für unterschiedliche Einkommensschichten schaffen" mit dem Ziel, die Großwohnsiedlung der Sechzigerjahre wieder zu einer "guten Adresse" werden zu lassen und dem Leerstand entgegenzutreten. Nachdem inzwischen alle Sechs- und Neungeschosser sowie die 16-geschossige "Drachenburg" saniert worden sind, soll nun der erste 13-Geschosser modernisiert werden. Neben dem Preisgeld hat das Berliner Büro den Umsetzungsauftrag erhalten. Die SGS stellt 13 Millionen Euro zur Verfügung unter der Voraussetzung der Bewilligung eines bei der Saarländischen Investitionskreditbank zu beantragenden Förderkredits und weiterer Kreditmittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Entwurf von Baumhauer Eichler Peitzmeier zeigt drei neue Aufzugsanlagen vor dem Stahlbetongebäude und eine neue Fassade, deren Kreis- und Punktmuster bei der Umsetzung allerdings keine Berücksichtigung finden sollen. Die sich über die Gebäudelänge von 140 Metern erstreckenden geschlossen-vertikalen Laubengänge erhalten einen Witterungsschutz. Ein Teilrückbau im Dachgeschoss ist vorgesehen, im zweigeschossigen Sockelbereich ein Arkadenbau. Mit einer Dämmung der Außenwände, Dachflächen und untersten Geschossdecken sowie der Erneuerung von Fenstern und Türen soll der energetische Standard Effizienzhaus 115 erreicht werden. Das Berliner Büro will die 246 Ein- bis Dreizimmerwohnungen auf 208 reduzieren, das Angebot um Vier- und Fünfzimmerwohnungen erweitern. Die teils nach DIN 18040 rollstuhlgerechten Wohnungen sollen alle barrierefrei sein. Geplant ist, mehr als die Hälfte aller Wohnungen als Zweizimmer-Wohnungen anzubieten. Die meisten der mit neuen Bädern, Bodenbelägen, Heizungs- und Sanitärleitungen ausgestatteten Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden. Die in Saabrückens Stadtbezirk Mitte gelegene Hochhaussiedlung Folsterhöhe mit 948 Wohnungen entstand zu Beginn der Sechzigerjahre als Reaktion auf Engpässe auf dem Wohnungsmarkt. Innerhalb von nur drei Jahren wurden zwei Neungeschosser, vier Sechsgeschosser, zwei 13-Geschosser und ein 6-Geschosser erbaut. 1964 zogen die ersten Bewohner an die Straßen Vogelsborn, Hirtenwies und Königsbruch.


